Ich verfolge die Gedanken über eine Unternehmensform der Zukunft seit meiner Ausbildung zum integralen Coach.

Natürlich habe ich auch weiterhin die Hoffnung, weitere Menschen in Tegel, Reinickendorf, im Norden Berlins oder im nahen Umland zu finden, die für diese Gedanken offen sind.

Eine der vielen Fragen ist: Wie bekommen wir die Ängste des Egos in den Griff. Frederic Laloux schreibt in seinem Buch Reinventing Organizations folgendes:

Die Ängste des Egos in den Griff bekommen

Jeder der Übergänge auf eine neue Stufe wird möglich, wenn wir in der Lage sind, einen höheren Blickpunkt zu erreichen, von dem wir die Welt aus einer weiteren Perspektive sehen können. Wie ein Fisch, der zum ersten Mal das Wasser sehen kann, wenn er über die Wasseroberflache springt, setzt das Erreichen einer neuen Perspektive voraus, dass wir uns von etwas trennen, von dem wir vorher umgeben waren. Der Übergang zur traditionellen konformistischen Stufe geschieht dann, wenn das tribale impulsive Paradigma Regeln verinnerlicht hat, die es ihm erlauben, sich von der impulsiven Befriedung der eigenen Begierden zu lösen. Der Übergang zur modernen leistungsorientierten Stufe wird möglich, wenn sich das traditionelle Paradigma von den Gruppennormen trennt. Der Übergang zur integralen evolutionären Stufe geschieht, wenn wir die Identifikation mit unserem eigenen Ego überwinden. Indem wir unser Ego aus der Distanz betrachten, sehen wir plötzlich, wie seine Ängste, Ziele und Wünsche oft unser Leben bestimmen. Wir können aber unser Bedürfnis, unser Leben zu kontrollieren, gut auszusehen und uns anzupassen, verringern. Wir sind nicht mehr mit unserem Ego verschmolzen und wir lassen nicht zu, dass seine Ängste reflexhaft unser Leben kontrollieren. In diesem Prozess Öffnen wir den Raum, um auf die Weisheit anderer, tieferer Teile in uns zu hören.

Was tritt an die Stelle der Angst? Die Fähigkeit, der Fülle des Lebens zu vertrauen. Alle Weisheitstradition haben die tiefe Wahrheit formuliert, dass es zwei grundlegende Wege gibt, um dieses Leben zu leben: aus Angst und Mangel oder aus Vertrauen und Fülle. Auf der integralen evolutionären Stufe gehen wir von der Angst zum Vertrauen, und unser Bedürfnis, Menschen und Ereignisse zu kontrollieren, verringert sich. Wir folgen nun der Haltung, dass auch wenn etwas Unerwartetes geschieht oder wir Fehler machen, die Situation gut ausgehen wird – und wenn nicht, dann hat uns das Leben eine Möglichkeit zum Lernen und Wachsen gegeben.

Innere Stimmigkeit als Kompass

Wenn wir mit unserem Ego identifiziert sind, dann werden wir dazu getrieben, Entscheidungen nach äußeren Faktoren zu treffen – was andere über uns denken werden oder welches Ergebnis erreicht werden kann. Aus der tribalen impulsiven Perspektive ist eine gute Entscheidung diejenige, die mir gibt, was ich will. Im traditionellen konformistischen Paradigma betrachten wir Entscheidungen im Licht der Konformität gegenüber sozialen Normen. Entscheidungen, die über das hinausgehen, was die eigene Familie, Religion oder soziale Klasse als legitim ansieht, führen zu Schuld und Scham. In der modernen leistungsorientierten Perspektive sind Effektivität und Erfolg die Maßstäbe, nach denen Entscheidungen getroffen werden. Auf der postmodernen pluralistischen Stufe werden Situationen nach den Kriterien der Zugehörigkeit und Harmonie beurteilt.

In der integralen evolutionären Perspektive wechseln wir von äußeren zu inneren Maßstäben für unsere Entscheidungsfindung. Hier beschäftigt uns die Frage der inneren Stimmigkeit: Erscheint mir diese Entscheidung richtig zu sein? Bleibe ich mir selbst treu? Stimmt es mit dem überein, was ich als die Richtung meiner Entwicklung sehe? Bin ich von Nutzen für die Welt? Mit weniger Ängsten des Egos können wir Entscheidungen treffen, die risikoreich erscheinen, und bei denen wir nicht alle möglichen Folgen vorher abgewogen haben, die aber mit unseren tiefen inneren Überzeugungen in Resonanz sind. Wir entwickeln eine Sensibilität für Situationen, in denen etwas falsch zu laufen scheint und die uns dazu auffordern, aus einem Gefühl der Integrität und Authentizität etwas zu sagen und zu handeln – auch angesichts von gegenteiligen Meinungen und scheinbar geringen Erfolgsaussichten.